Digitale Souveränität war eines der großen Themen auf der re:publica in Berlin. In einer spannenden Diskussion über technologische Infrastruktur und technologischen Fortschritt wurde erneut deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Über 80 Prozent unserer digitalen Infrastruktur und Technologien sind importiert. Das macht Europa abhängig – wirtschaftlich, technologisch und zunehmend auch geopolitisch. Deshalb muss es jetzt darum gehen, wie wir europäische Technologien konkret fördern.
Umso irritierender ist die Nachricht, dass das angekündigte Tech Sovereignty Package der Europäischen Kommission erneut verschoben wird. Denn wenn digitale Souveränität mehr sein soll als ein politisches Schlagwort, braucht es konkrete Instrumente und entschlossenes Handeln. Öffentliche Aufträge und Fördermittel müssen stärker genutzt werden, um europäische Wertschöpfung aufzubauen und Nachfrage für europäische Technologien zu schaffen. Es geht dabei nicht um Abschottung, sondern um die Fähigkeit, selbst gestalten zu können. Gerade im Bereich Mikroelektronik und Halbleiter können wir es uns nicht leisten, weiter Zeit zu verlieren. Investitionsentscheidungen fallen heute – und Europa sollte dabei nicht erneut zu spät kommen.